j.a.I.L. [junge antifaschistische Initiative Lüneburg]
In ihr vereinigen sich junge Menschen mit dem Ziel, nationalistische
und rassistische Tendenzen in der Gesellschaft aufzudecken und zu
bekämpfen.
Die Antifaschistische Aktion kommt ursprünglich aus Italien,
als
sich fortschrittliche Menschen gegen Mussolini wehren wollten und dann
als "Antifaschisten" deklariert wurden. In Deutschland gibt es seit
1923 die "Antifaschistische Aktion", deren Ziel es war, den erstarkten
Nationalsozialismus zu verhindern. Aus dieser Vergangenheit heraus
begreifen auch wir uns als Teil der Antifaschistischen Aktion.
Dabei beschränkt sich unser Verständnis vom
Antifaschismus
nicht nur auf das Vorgehen gegen Neonazis und deren
Aktivitäten,
sondern vielmehr um ein gesamtgesellschaftliches Wirken. Deshalb
versuchen wir, antifaschistische Positionen auch auf kulturellen und
politischen Veranstaltungen mit einzubringen. Wir beschäftigen
uns
beispielsweise mit der Geschichte und dem Begriff des Faschismus, um
aus der Vergangenheit Lehren für die Zukunft zu ziehen.
Wir glauben, dass eine antifaschistische Politik, die sich nur gegen
einzelne Neonazis und faschistische Organisationen richtet, nur
begrenzt Erfolg haben kann. Vielmehr muss sie sich gegen die Wurzeln
des Faschismus richten – gegen eine Gesellschaft, die ihn
erst
möglich macht. Deshalb betrachten wir Nationalismus und
Rassismus
nicht als Fehler oder Ausuferung des Systems, sondern als konsequenten
Ausdruck davon. Auch andere
Unterdrückungsverhältnisse (z.B.
Sexismus oder das Patriarchat) existieren nicht bloß
zufällig. Sie sind konsequente Erscheinungsformen in einer
kapitalisierten Welt, in der nahezu alle Lebensbereiche unter die
Doktrin des neoliberalen Marktes herabgestuft worden sind. Mensch und
Natur werden lediglich unter dem Aspekt der Verwertbarkeit betrachtet
und wer nicht bereit oder in der Lage ist, sich im Namen des Kapitals
zu verkaufen, gilt als „sozialer Abfall“ und wird
gesellschaftlich isoliert. Die logischen Folgen dieses
mörderischen Strebens nach Profitmaximierung zeigen sich z.B.
in
der Abschottung der EU- Grenzen, der Abschiebung von MigrantInnen oder
der sozialen Ausgrenzung von Obdachlosen und Hartz 4 –
EmpfängerInnen.
Auch Neonazis machen „Behinderte“,
„Ausländer“, Jüdinnen/Juden oder
andere Menschen,
die nicht in ihr beschränktes Weltbild passen, für
die
Verschlechterung der Lebensverhältnisse verantwortlich und
versuchen damit, komplexe soziale und ökonomische Konflikte
„national“ zu lösen. Doch diese scheinbar
einfache
Rechnung geht nicht nur nicht auf. Sie ist nicht nur falsch und
unsozial, sondern ebenso ein offener Aufruf zu Mord und Todschlag! Das
Ergebnis: Hunderte von rassistischen Morden, Anschlägen auf
Flüchtlingsheime, Synagogen und jüdische
Friedhöfe.
Dieser Entwicklung stellen wir uns entgegen, indem wir versuchen,
Neonazis keine Möglichkeit für die Verbreitung und
Veröffentlichung ihrer menschenverachtenden Ideologie zu
geben,
denn Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
Wir treten ein für eine Welt ohne Faschismus, Rassismus und
Nationalismus. Für eine Gesellschaft, die auf
Solidarität und
sozialer Gleichheit baut und in der jedeR ein menschliches, freies und
selbstbestimmtes Leben führen kann!
Falls auch du Lust hast, dich zu engagieren, melde dich einfach unter:
jugendplenum(at)gmx.de
http://jail.blogsport.de/